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Alles Geschichte - Ein Podcast in 3-2-1

Liebe Podcast-Fans,

Sie sind es gewohnt, an dieser Stelle Podcast-Empfehlungen unserer Bayern 2-Podcast-Entdeckerinnen und -Entdecker zu bekommen. Das wird auch weiterhin so sein. Aber heute wollen wir Ihnen ein neues Newsletter-Format vorstellen - speziell für geschichtsinteressierte Podcast-Fans. 
Unsere Idee: Wir greifen für Sie eine Podcast-Folge aus "Alles Geschichte – Der History-Podcast" heraus und präsentieren sie auf besondere Weise: mit DREI spannenden Fakten, ZWEI interessanten Stimmen und EINEM letzten Satz zum Thema.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns sagen, was Sie von unserem Test-Newsletter halten. Dazu haben wir eine knappe anonymisierte Umfrage vorbereitet, die maximal 5 Minuten dauert. 

Und los geht's mit 3-2-1 zum Geschichte des sozialen Wohnungsbaus.

Herzliche Grüße vom Alles Geschichte-Team

Drei Personen stehen vor einer Baracke, die als Wohnraum genutzt wird

3 spannende Fakten

Fakt 1

Wohnen in Ruinen – sogar in ehemaligen KZs

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fehlen in Westdeutschland rund sechs Millionen Wohnungen. Zwölf Millionen Vertriebene und Flüchtlinge suchen ein Dach über dem Kopf. Um überhaupt Wohnraum schaffen zu können, werden in der Wohnungszwangsbewirtschaftung Läden, Dachböden und Keller als Wohnungen genutzt - und sogar die ehemaligen KZs der Nationalsozialisten, um die Flüchtlingsströme unterzubringen. Die Städte sind ausgebombt, in den Innenstädten sind 50 bis 90 Prozent der Wohnungen zerstört. Das ist der Extremzustand, der das Fundament für den späteren massiven sozialen Wohnungsbau bildet.

 

FAKT 2

Sozialwohnung für (fast) alle – und doch nicht auf Dauer

Das erste Wohnungsbaugesetz der BRD von 1950 zielt auf breite Schichten: Etwa 75 Prozent der Bevölkerung sind berechtigt, eine Sozialwohnung zu beziehen. Der soziale Wohnungsbau ist damit keineswegs nur ein "Armenprogramm", sondern auch ein Instrument zur sozialen Durchmischung. Gleichzeitig wird eine entscheidende Weiche gestellt: Nach rund 30 Jahren fallen viele Wohnungen aus der Sozialbindung wieder heraus. Dadurch werden sie "für alle" zugänglich, aber zu höheren Mieten. Dieser Mechanismus trägt wesentlich dazu bei, dass der Bestand an Sozialwohnungen später dramatisch schrumpft.

 

FAKT 3

Vom Erfolgsmodell zum Ausverkauf

1990 gibt es in Deutschland noch rund drei Millionen Sozialwohnungen. Dann wird die Wohnungsgemeinnützigkeit abgeschafft. Gemeinnützige Gesellschaften verlieren ihre Steuerprivilegien, und zahlreiche Bestände werden privatisiert. Bund, Länder und Kommunen verkaufen große Teile ihres Wohnungsbestands, die Stadt Dresden sogar den kompletten. Allein zwischen 1995 und 2010 werden über eine Million Wohnungen privatisiert. Das hilft kurzfristig, Haushaltslöcher zu stopfen, nimmt der öffentlichen Hand aber langfristig wichtige Steuerungsmöglichkeiten - mit Folgen für Mieterinnen und Mieter, die nach Verkäufen meist mit steigenden Mieten konfrontiert sind.

 

2 INTERESSANTE STIMMEN

Hilde Strobl

Architekturhistorikerin und Kuratorin am Architekturmuseum der TU München:

"Diese sogenannte Zwangsbewirtschaftung von Räumen knüpfte auch an etwas an, was man schon in der Weimarer Republik zur Zeit der großen Wohnungsnot gemacht hat, nämlich dass auch Läden, Dachböden, Keller als Wohnraum benutzt wurden."

Friedrich Breyer

Wirtschaftswissenschaftler und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie:

"Sozialer Wohnungsbau kann niemals dazu führen, dass alle Bedürftigen eine Sozialwohnung bekommen. Also sozialer Wohnungsbau löst das Problem nicht, um das es geht."

1 LETZTER SATZ

2023 wurden in Deutschland knapp 295.000 Wohnungen fertiggestellt, 2024 waren es 251.900, für 2025 erwarten Experten 235.000 Wohnungen, freie und sozial gebundene insgesamt.


Lust bekommen, noch mehr zum Thema zu erfahren?
Hier geht's zur Folge "WOHNRAUM: Der soziale Wohnungsbau" (von Georg Gruber).

Grafik des Podcats "Alles Geschichte" - eine Frau in einem alten Kleid mit einem Handy vor einer altmodischen Tapete

Weitere Quellen

• Statistisches Bundesamt (Destatis), Informationen zu Wohnkosten und Mieten in Deutschland: https://www.destatis.de
• Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Berichte zum Wohnungs- und Immobilienmarkt: https://www.bbsr.bund.de
• Schätzung zum Wohnungsbau des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für das Jahr 2025

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